Ergebnisse der
Umfrage für Pflegende

Im Verbund mit mehreren Betriebskrankenkassen hat das digital.LAB des itsc eine Umfrage für Pflegende durchgeführt. Wir möchten hier einen kleinen Einblick in die Ergebnisse geben. 

  • Fokus: Überblick über persönliche Pflegesituationen und deren Organisation.
  • Design: Bundesweite Online-Befragung, beworben von acht Betriebskrankenkassen und dem itsc.
  • Zeitraum: Sept – Okt  2019

Was wir von den Teilnehmenden erfahren haben:

  • Nur wenige müssen die Pflegeaufgaben ganz alleine bewältigen. Häufig sind weitere Personen eingebunden, meistens Familienangehörige.
  • Der Austausch findet vor allem mündlich statt, auch wenn grundsätzlich Smartphone & Co bei fast allen Befragten im Einsatz sind.
  • Wichtige Informationen über die Gepflegten sind häufig "im Kopf", Dokumente analog abgelegt.
  • Häufig gibt es andere Beteiligte, die Zugang zu den Dokumenten haben.
  • Werden Dokumente digital abgelegt, ist die Zugriffsmöglichkeit durch andere deutlich geringer als beim herkömmlichen Papier-Dokument.

Mit der zukünftig steigenden Zahl digitaler Dokumente wird eine Lösung, die den Austausch unter den Beteiligten ermöglicht, immer wichtiger. Besonders gilt dies für Pflegende, die nicht im direkten Wohnumfeld der gepflegten Person leben. Unser Ziel ist es daher, eine digitale Lösung für Pflegende zu erarbeiten, die alle Beteiligten gut vernetzt. Dabei sollen wichtige Gesundheitsinformationen, sei es für den Alltag oder Notfall, einfach und sicher mit anderen zu teilen sein. 

Weitere Details zu den Umfrageergebnissen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Wer hat teilgenommen?

Die Umfrage richtete sich an alle Menschen, die im privaten Umfeld andere betreuen oder pflegen. Die Mitgliedschaft in einer bestimmten Krankenkasse war für die Teilnahme keine Voraussetzung.

Da es sich um eine rein online durchgeführte Befragung handelt, ist zu berücksichtigen, dass die folgenden Antworten in erster Linie die Situation derer widerspiegeln, die bereits zu einem gewissen Grad digitale Medien nutzen.

 

Teilnehmende
• gesamt: 192
• davon Pflegende: 168

Alter der Teilnehmenden:
• 15-82 Jahre
• Durchschnitt: 48
• Standardabweichung: 12,4

Geschlecht:
• weiblich: 141 (73%)
• männlich: 49 (26%)
• keine Angabe: 2 (1%)


Wer pflegt wen?

  • Die Pflegenden sind zwischen 15 und 82 Jahren alt
  • 3/4 der Pflegenden sind Frauen
  • Gut 1/4 der Pflegenden kümmert sich um mehrere Personen
  • Die am häufigsten gepflegte Person ist die Mutter

 

Anzahl der gepflegten Personen:

Mutter/Vater 83  
Ehe- oder Lebenspartner/in 21  
Oma/Opa 19  
Kind/ Stiefkind 19  
Schwiegermutter/Schwiegervater 12  
entfernte/r Verwandte/r 08  
Nachbar/Nachbarin 03  
Schwester/Bruder 02  
Freund/Freundin 01  

Umfeld und Austausch

  • Die überwiegende Zahl der Pflegenden hat Unterstützung durch andere (96%)
  • Mit Abstand am häufigsten wird durch andere Familienangehörige unterstützt
  • Der Austausch findet überwiegend im direkten Kontakt oder telefonisch statt

 


Austausch am Beispiel von Familienangehörigen

  • Bei 3/4 der Pflegenden sind Familienangehörige oft oder manchmal aktiv in die Pflege eingebunden
  • Es findet ein häufiger Austausch statt, meist im direkten Kontakt oder telefonisch
  • Gut die Hälfte nutzt darüber hinaus SMS, Chat und/oder Sprachnachrichten

 

Wie erfolgt der Austausch?

mündlich 108  
telefonisch 77  
Brief/Fax 02  
Mail 09  
SMS/Chat 53  
Sprachnachrichten 14  
Video-Telefonie 01  

Wichtige Informationen und Dokumente

Dokumente

  • Knapp 3/4 der Pflegenden haben alle Dokumente, die sie für wichtig halten
  • Die meisten Dokumente werden analog abgelegt

 

Diese Dokumente sind für die Pflegenden wichtig:

ärztliche Befundberichte 142      
Medikamentenplan 139      
Vorsorgevollmacht 131      
Leistungsbescheide von Kranken-/Pflegekasse 121      
Krankenhaus-/        
Entlassungsberichte 116      
Patientenverfügung 116      
Impfausweis 59      
Allergiepass 45      
Organspendeausweis 30      
nichts davon 02      

  • Für analog abgelegte Dokumente geben 70-80% an, dass auch andere Beteiligte darauf Zugriff haben.
  • Auf Dokumente, die auf Smartphone oder Computer gespeichert sind,  haben nur bei 30% andere ebenfalls Zugriff.

 

Wo werden die Dokumente abgelegt?

Aktenordner       135
Brief-/Dokumententasche       42
Computer/Smartphone       33
Schreibtisch       26
Cloud       07
Notiz       05

Informationen

  • Die von uns erfragten Informationen stehen den meisten Pflegenden zur Verfügung
  • Viele geben an, die Informationen "im Kopf" zu haben, bei 23 Personen sind sie gar nicht schriftlich festgehalten
  • Rund 1/3 speichert Informationen auch digital

 

Diese Informationen liegen vor:

Allgemeinverfassung 160      
Ärzt/innen, Therapeut/innen,        
Pflegeeinrichtungen 153      
Medikamente 142      
Termine 141      
Pflegeaufgaben 137      
Kontaktdaten von Familie,        
Nachbarschaft, Freundeskreis 134      
Allergien / Unverträglichkeiten 114      
nichts davon 02      

Nutzung digitaler Geräte und Apps

  • Die überwiegende Mehrheit der Befragten (96%) nutzen ein Smartphone, Tablet oder ähnliches mobiles Gerät
  • Gesundheits-Apps sind bei knapp 1/3 im Einsatz, die erfassten Daten werden aber kaum geteilt

 


Bei Fragen zu unserer Umfrage sowie zur Weiterverwendung der Ergebnisse wenden Sie sich bitte an das digital.LAB des itsc.


Wir bedanken uns bei allen, die an der Umfrage teilgenommen haben!
Ihre Betriebskrankenkassen im Verbund des digital.LAB der itsc GmbH

Beteiligte Betriebskrankenkassen:
pronova BKK, BKK VBU, BKK Gildemeister Seidensticker, energie BKK, atlas BKK ahlmann