Neu an der Spitze des itsc – Dieter Loewe über erste Eindrücke und Ziele (13.01.2021)

3 Minuten mit Dieter Loewe, Geschäftsführer itsc GmbH

Hallo Dieter, Du bist seit dem 01.01.2021 neuer Geschäftsführer des itsc. Magst Du Dich kurz vorstellen?

Ja, gerne. Ich heiße Dieter Loewe, bin 53 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Beruflich bringe ich mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Beratung und IT-Dienstleistung sowie einen starken Background im Hinblick auf Unternehmensentwicklung und -steuerung mit.

Nach dem BWL-Studium war ich zuerst einige Jahre im Bankensektor tätig. In der Beratung habe ich anschließend Banken, Versicherungen und Telekommunikationsunternehmen betreut. Die Digitalisierung in regulierten Branchen ist daher kein Neuland für mich und ich freue mich darauf, meine Erfahrungen jetzt in den Gesundheitsmarkt einbringen zu können.

Was hat Dich denn nach so vielen Jahren in den Bereichen Financial Services und Telco motiviert, nun in einen ganz neuen Markt einzusteigen?

Die Gesundheitsbranche ist in meinen Augen ein extrem spannendes Geschäftsfeld. Seit dem vergangenen Frühjahr macht Corona jedem Einzelnen von uns noch deutlicher bewusst, welchen Stellenwert die eigene Gesundheit hat und wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem für das Allgemeinwohl ist.

Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, die gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam mit dem Team des itsc weiter zu digitalisieren.

Was reizt Dich besonders an der neuen Herausforderung als Geschäftsführer des itsc?

Da kommen verschiedene Faktoren zusam-men. Einerseits finde ich die Gesamtverantwortung und die Gestaltungsaufgabe, die mit der Position einhergehen, sehr reizvoll.  

Darüber hinaus durfte ich im Laufe der letzten Wochen viele tolle Menschen kennenlernen, mit denen ich in Zukunft zusammenarbeiten werde – vom Aufsichtsrat über die Geschäftsleitung bis hin zu den vielen qualifizierten Köpfen, die im itsc Lösungen entwickeln, umsetzen und betreiben.

Und auch die Tatsache, dass die Interaktion mit dem Kunden einen Kern der Aufgabe darstellt, kommt mir sehr entgegen.

Der Kunde spielt für Dich eine zentrale Rolle. Worin sind Deiner Meinung nach Deine Vertriebserfolge aus der Vergangenheit begründet?

Ich bin Berater geworden, weil ich Dinge verändern und verbessern wollte. Aber Veränderung darf natürlich nicht dem Selbstzweck dienen und ist erst dann sinnvoll und zielführend, wenn sie im Sinne des Kunden echte Mehrwerte schafft.

Daher steht für mich die Frage, wie ich meinem Geschäftspartner durch die Leistungen meines Unternehmens einen relevanten Vorteil verschaffen kann, immer am Anfang jeglicher Vertriebsaktivitäten. Ich möchte, dass am Ende beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren.

Folgst Du dabei einem bestimmten Grundsatz?

Ich biete grundsätzlich nur das an, was ich auch verlässlich liefern kann.

Ohne Ausnahme?

Im Prinzip ja. Es sei denn, der Kunde möchte bestimmte Fähigkeiten oder neue Lösungen ganz bewusst gemeinsam mit mir und meinem Team entwickeln. Dafür bin ich natürlich offen.

Die gemeinsamen Nenner sind Ehrlichkeit und Transparenz. Mir ist es wichtig, dass beide Seiten wissen, wie die Rahmenbedingungen aussehen.

Schlägt Dein Herz demnach primär für den Vertrieb?

Nein, ich würde das so formulieren: Mein Herz schlägt für die produktive Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Ich möchte gemeinsam Dinge voranbringen, besser werden.  Ich möchte mit meinem Team noch enger an unsere Kunden heranrücken und den Austausch untereinander weiter intensivieren. Meine Erfahrung zeigt, dass auf diese Weise die besten Ergebnisse erzielt werden – indem man die Motivation des anderen versteht, die eigene transparent erläutert, unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und kontinuierlich im Dialog bleibt. 

Es geht Dir also darum, die Kundenzufriedenheit zu steigern und gemeinsam mehr zu schaffen als alleine?

Ja, das kann man so sagen. Ich sehe die Kunden als unsere Partner und eine Partnerschaft funktioniert auf Dauer ja nur dann, wenn sich beide Seiten beim anderen gut aufgehoben fühlen. Wir müssen also gewährleisten, dass unsere Kunden sich zu jeder Zeit darauf verlassen können, dass wir unsere Leistungen in der Qualität erbringen, die wir versprechen.

Darüber hinaus müssen wir die Krankenkassen zukünftig noch ausführlicher darüber informieren, wie wir sie im Hinblick auf die Digitalisierung unterstützen können. Vieles läuft aktuell im Verborgenen und es läuft richtig gut, aber wir reden zu wenig darüber. Das müssen wir ändern. Mein Ziel ist es, dass wir zu diesem Thema zukünftig der erste Ansprechpartner im GKV-Markt werden.

Du hast die Zeit seit dem 01.12.2020 zur Einarbeitung im itsc genutzt. Hast Du bereits erste Erkenntnisse, die Du mit uns teilen möchtest?

Ich habe ein vielfältiges Team kennengelernt, das viel Engagement, tiefgreifendes Fachwissen hinsichtlich GKV und IT und eine hohe Lösungskompetenz aufweist.

Wir liefern moderne und zukunftsweisende Services, damit unsere Kunden für ihre Versicherten besser werden; Stichwort Chatbot oder auch der Pflegemonitor, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Allerdings gibt es auch einige Baustellen. Diese sind uns bekannt und werden in Kooperation mit dem Aufsichtsrat aktiv angegangen.

Was ist also Deine Botschaft: alles neu im itsc?

Nein. Wichtig ist zunächst, dass wir das, was wir heute machen, morgen besser machen, bevor wir etwas ganz Neues starten.

Ich sehe das itsc als ein Haus mit drei Flügeln:

  1. Technischer Betrieb
  2. Anwendungs- und Fachberatung
  3. Digitale Produkte und Services inkl. Softwareentwicklung

Ich möchte, dass unsere Kunden zukünftig alle drei Flügel des itsc-Hauses nutzen und sich überall gleich wohlfühlen.

Um das zu erreichen, müssen wir in einigen Bereichen unsere Stabilität und Professionalität erhöhen. Nur auf diese Weise können wir die Zufriedenheit unserer Kunden steigern und Vertrauen festigen.

Damit wir die Nachfrage unserer Kunden im Hinblick auf zusätzliche Leistungen zukünftig vollumfänglich bedienen können, müssen wir außerdem in gesundem Maße wachsen.

Denkst Du in diesem Kontext in eine bestimmte Richtung? Geht es dabei um einen einzelnen Geschäftsbereich des itsc, der gestärkt werden soll?

Nein. Wie ich schon sagte: Ich sehe das itsc als ein Haus, in dem sich unsere Kunden rundum wohlfühlen sollen. So wohl, dass sie kein Bedürfnis verspüren, das Haus zu verlassen.

Um das zu erreichen, müssen wir als Arbeitgeber dafür sorgen, dass sich jede/r Einzelne bei uns optimal im Sinne unserer Kunden einbringen kann. Manchmal heißt das, dass wir intern Aufgaben und Zuständigkeiten anders verteilen müssen, um an besonders geforderten Stellen für Entlastung zu sorgen. In anderen Fällen benötigen wir zusätzliche Kapazitäten von außen, um richtig durchstarten zu können oder wir müssen Talente mit ganz neuen Fähigkeiten für  unser Unternehmen begeistern, damit wir neue Herausforderungen in Angriff nehmen können.

Siehst Du das itsc als attraktiven Arbeitgeber?

Ja, absolut. Ich finde, das itsc hat unglaublich viele Stärken und überzeugt unter anderem durch die offene Kommunikationskultur, flache Hierarchien und die Möglichkeit, sich und seine Ideen konstruktiv in das Unternehmen einzubringen. Wer im deutschen Gesundheitsmarkt etwas bewirken und aktiv mitgestalten will, ist  bei uns gut aufgehoben.

Hast Du eine Vision oder ein Ziel, das Du heute schon verraten kannst?

Mein Ziel ist es, dass unsere Kunden keine Versicherten mehr verlieren, sondern in Zukunft weitere hinzugewinnen. Nur so können beide Seiten langfristig gemeinsam wachsen.

Unsere Aufgabe ist es, die Krankenkassen mit Lösungen und Services zu unterstützen, die es ihnen ermöglichen,

  1. ihre Versicherten besser zu betreuen und enger an sich zu binden und
  2. ihre Verwaltungskosten strikt zu managen.

Ein konkretes Beispiel dafür ist unser aktuelles Cloudprojekt. Im ersten Schritt werden wir ausgewählte Services, die keine sensiblen Versichertendaten beinhalten, in der Cloud verproben. Das Modell „Infrastructure-as-a-service“ bietet eine höhere Skalierbarkeit als traditionelle Hostingmodelle. In der Folge können die entsprechenden Services zu attraktiveren Konditionen angeboten werden. Und um entsprechenden Rückfragen gleich vorzubeugen: Selbstverständlich geschieht all dies in Abstimmung mit der zuständigen Aufsicht.

Worauf freust Du Dich besonders, wenn Du an die Zukunft denkst?

Ich möchte gemeinsam mit unseren Kunden Bestehendes verbessern und Neues entwickeln. Ich freue mich darauf, Lösungen zu finden und umzusetzen, die Versicherten echte Mehrwerte bringen und darauf, das Potenzial des itsc voll auszuschöpfen und weiter auszubauen.